Seit unserem ersten Aufruf zur Wachsamkeit sind die Ermittlungen in Belgien vorangekommen. Das Vorhandensein eines Shamonda-Like-Virus wurde nun bei Rindern und Schafen in unserem Land bestätigt. Die Auswirkungen auf die Gesundheit müssen jedoch noch genauer untersucht werden, insbesondere wenn eine Infektion während der Trächtigkeit auftritt.
Aufzeichnung unseres Webinars
Bestätigte Fälle in Wallonien
Die Universität Namur (UNamur) hat einen Test entwickelt, der es ermöglicht, das Schmallenberg-Virus (SBV) vom Shamonda-Like-Virus zu unterscheiden.
Dank dieses Tools konnte die Anwesenheit des Shamonda-Like-Virus bei Rindern in den Provinzen Namur und Hennegau bestätigt werden, sowie bei Schafen.
Auch in Flandern wurden von der DGZ mithilfe des PathoSense-Tools Befunde gemeldet. Zur Bestätigung dieser Ergebnisse sind jedoch noch weitere Analysen erforderlich.
Daher kann die Zirkulation des Shamonda-Like-Virus nun in Belgien als nachgewiesen gelten.
Welche klinischen Anzeichen werden beobachtet ?
Zum jetzigen Zeitpunkt, wurden bei den von der UNamur untersuchten Schafen keine klinischen Anzeichen beobachtet.
Bei betroffenen Rindern zeigen Feldbeobachtungen hauptsächlich Folgendes :
- Fieber;
- Abgeschlagenheit und Rückgang der Aktivität;
- ein plötzlicher, manchmal erheblicher Rückgang der Milchproduktion;
- Akuter Durchfall, obwohl dieser nicht immer vorhanden ist.
Das Wissen über dieses Virus und seine Pathogenität ist nach wie vor begrenzt. Die laufenden Untersuchungen sollen insbesondere dazu dienen, das Ausmaß und die Dauer der Symptome, sowie mögliche Auswirkungen auf die Fortpflanzung genauer zu ermitteln.
Besondere Aufmerksamkeit für trächtige Tiere
Wie bei anderen verwandten Viren, die durch Insekten als Vektoren übertragen werden, sind die Folgen einer Infektion während der Trächtigkeit ein wichtiger Aspekt.
In den kommenden Monaten ist daher besondere Wachsamkeit angesichts eines möglichen Anstiegs geboten:
- der Fehlgeburten;
- der Frühgeburten;
- der Totgeburten;
- der angeborenen Fehlbildungen.
Diese Überwachung betrifft sowohl die Rinder, als auch die kleinen Wiederkäuer.
Zum jetzigen Zeitpunkt wäre es jedoch verfrüht, einen systematischen Zusammenhang zwischen diesen Beschwerden und dem Shamonda-Like-Virus herzustellen. Die Analysen und Rückmeldungen aus der Praxis werden entscheidend sein, um die tatsächlichen Auswirkungen besser zu erfassen.
Die Wachsamkeit bleibt notwendig
Sollte bei Rindern ein klinisch verdächtiger Fall auftreten, fordert die ARSIA die Tierärzte auf, den Vorfall umgehend zu melden und Proben zu entnehmen, um die laufenden Untersuchungen zu unterstützen.
Bitte geben Sie auf der Analyseanfrage deutlich den Vermerk an :
« Aktion der Wachsamkeit Shamonda-Like »
Sofern möglich, wird empfohlen, mehrere Tiere in der akuten Phase der Erkrankung, die noch Fieber haben, zu beproben und für jedes Tier Folgendes zu beachten:
- ein trockenes Röhrchen für Serum;
- ein EDTA-Röhrchen.
Bitte geben Sie außerdem so genau wie möglich folgende Angaben an :
- die beobachteten klinischen Anzeichen;
- das Datum ihres Auftretens;
- die Anzahl befallener Tiere.
Diese Informationen sind besonders wertvoll, um klinische Verläufe zu dokumentieren und das Wissen über die Verbreitung des Virus zu erweitern.
Die Ermittlungen dauern an
Das Auftreten des Shamonda-Like-Virus wird derzeit in mehreren europäischen Ländern überwacht. Wie auch GDS Frankreich betont, befinden sich die Erkenntnisse über dieses Virus, die Ausbreitung und die gesundheitlichen Folgen noch in der Erforschung.
In Belgien stellt die Bestätigung seiner Zirkulation einen neuen Schritt in der Überwachung dar, doch es bleiben noch viele Fragen offen, insbesondere hinsichtlich seiner möglichen Auswirkungen auf die Trächtigkeit und die Neugeborenen.
