Die Rinder-Besnoitiose wurde in Belgien festgestellt

Zwei Rinder wurden in einem wallonischen Betrieb seropositiv nachgewiesen und weisen die klinischen Anzeichen der Krankheit auf. Die Zucht wird vom Tierarzt und den Gesundheitsteams der ARSIA sehr genau überwacht.

Die Schwere der Rinder-Besnoitiose verstehen, sie zu identifizieren und sich vor ihr zu schützen, war in Belgien – bis dato nicht infiziert – durchaus gerechtfertigt und ist jetzt umso wichtiger!
Nachstehend, zum besseren Verständnis, eine Zusammenfassung eines deutlichen Vortrags, den der französische Spezialist und Parasitologe Jean-Pierre ALZIEU bei der ARSIA gehalten hat. Die ARSIA steht Ihnen für weitere, notwendige Informationen zur Verfügung.

Die Besnoitiose war eine, im Süden Europas weit verbreitete parasitäre Erkrankung, die eigentlich auf natürliche Weise verschwinden sollte, da sie in den 80er Jahren nur noch im Departement Ariège und den Nachbargebieten grassierte. Seit 1990 ist sie, aus noch unbekannten Gründen, wieder angestiegen. Innerhalb von 10 Jahren haben sich die enzootischen Zonen in ganz Frankreich vervielfacht. Es handelt sich jedoch nicht um ein Privileg Frankreichs… denn sie wurde in fast ganz Europa identifiziert.

Wir befinden uns nicht in einem Bild « Typ BT », denn die Besnoitiose ist in der Tat eine BESTANDS-Krankheit, deren Risikofaktoren da sind:

  • ganz oben die ANKÄUFE,
  • gefolgt von der Mischung von Tieren aus verschiedenen Beständen (Wettbewerbe, defekte Zäune, usw.)
  • und schließlich die Nachbarschaft infizierter Bestände..

Invasion und Resistenz, ein Parasit in zwei Formen

Der Parasit, Besnoitia besnoiti, gehört der Gruppe der «Protozoen» an, die Zysten bilden, wie bei der Neosporose oder der Toxoplasmose. Doch im Gegensatz zu letzteren, erfolgt die einzige, derzeit bestätigte Übertragung dieses Parasiten, von Rind zu Rind, ohne Zwischenwirt, auf mechanische, passive, vektorielle Art (siehe weiter).

In ihrer «Invasions-» Form dringen die beimpften Parasiten in das Blut ein und breiten sich auf den Körper aus, der seine Abwehr schnell organisiert. Die Parasiten antworten darauf, indem sie eine « resistente» Form annehmen, eingebettet in schützenden Zysten... Dann folgt die allgemeine und massive Akkumulationsphase dieser Zysten, wovon jede bis zu 150 000 Parasiten enthält, diese Vermehrung endet nur ... beim Tod des Tieres. Dies erklärt das große Ausbreitungspotenzial der Krankheit. Während der Übertragung auf ein anderes Tier, nimmt die resistente wieder die invasive Form an… und der Zyklus ist abgeschlossen.

Die Vektoren des Parasiten:
lebend… oder nicht!

Die Übertragung des Parasiten erfolgt durch Bremsen und Fliegen, insbesondere die Fliege Stomoxys calcitrans, erstere verfügen über einen Beißapparat, der stark genug ist, die Zysten zu durchdringen, die zweiten weniger, aber diese sind so zahlreich, dass die Vielzahl der Stiche an Stellen, an denen die Haut am dünnsten ist, wie der Kopf und die unteren Glieder, zur Übertragung ausreicht.

Das Wissen um das sogenannte Verhalten der «unterbrochenen Mahlzeit» dieser Insekten rechtfertigt den Umgang mit der Krankheit, wenn sie vermutet wird ( siehe unsere Sicherheitshinweise ) oder nachgewiesen wird; wenn 75 % der Blutmahlzeiten durch die Bewegungen des Rindes unterbrochen werden, so werden sie aber nicht beendet, sondern sofort auf dem gleichen Rind weitergeführt und dann beendet… oder auf dem Nachbartier, das den Parasiten gegebenenfalls nur noch « willkommen » heißen muss.

Darüber hinaus leben die Insekten in einem relativ kleinen Umkreis um ihren Ursprungspunkt herum, daher erfolgt die Übertragung hauptsächlich zwischen Rindern innerhalb eines Bestands oder einer Tiergruppe.

Schließlich gibt es eine andere Art und Weise des Transports und der Übertragung des Parasiten, … die Nadel, die mehrere Male benutzt wird!

Wettlauf gegen die Besnoitiose

Alle infizierten Rinder besitzen nicht das gleiche Ansteckungspotential; das Verunreinigungspotential der infizierten Tiere hängt vom ‘Reichtum’ der Zysten ab. Ein klinisch krankes Tier weist a priori viel mehr Zysten auf, als ein infiziertes Rind, das seropositiv und symptomlos ist, was aus dem ersten Rind einen « guten Spender » und ein Reservoir der Krankheit macht. Dieses Tier sollte auf keinen Fall behalten werden. Ab der Einfuhr eines solchen Individuums in einen gesunden Bestand, ist die Geschwindigkeit der Verbreitung zwischen Beständen so schnell, dass die Inzidenzrate infizierter Tiere nach 1 Jahr zwischen 15 und 40% schwankt, nach 2 Jahren 60% beträgt und nach 4 bis 5 Jahren bis zu 90% erreicht!

Die Verbreitung zwischen den Beständen besteht auch in Ermangelung der Sanierung von infizierten, benachbarten Beständen, durch die Nähe der Tiere (Nachbarschaft mit einfachem Zaun zum Beispiel).

Die Krankheit erkennen

Es ist zweifellos sehr wichtig, die Krankheit frühzeitig erkennen zu können, um schnellstmöglich zu reagieren. Die Infektionen verlaufen leider meistens symptomlos und erzeugen lediglich 'Reservoirs'. Nach einer Inkubation von 6 bis 10 Tagen oder mehr, entwickeln manche Rinder - « die Aufdecker » - jedoch Symptome, dies in drei Phasen: Fieber, Ödeme, Verdickung der Haut.

In der akuten Phase wird das Rind plötzlich fiebrig, während 3 bis 10 Tagen, weist serösen Nasenausfluss auf und tränt, Blutstauung und der aufmerksame Tierhalter kann den Beginn eines Ödems des Kopfes bemerken (« Nilpferd-Kopf » ), Stauungsfalten im Nacken und hämorrhagische Verletzungen am Euter und an der Zitzenbasis. Seltener beschrieben wird eine Fehlgeburt, die in Verbindung mit dem Fieber auftritt.
Besnoitiose – akute Phase: Ödeme an Kopf und Hals (© Photo : J.P. Alzieu)
Besnoitiose – akute Phase (1): kongestiv-blutende Verletzungen der Zitzen (© Photo : J.P. Alzieu et P. Jacquiet)
Die Ödemphase folgt schnell, nach 1 bis 2 Wochen, während der, wenn das Fieber abklingt, sich das Ödem der Wamme entwickelt, die Haut ist warm und schmerzt, das Rind verliert komplett den Appetit. Das Ödem breitet sich auf die Gliedmaßen aus, hauptsächlich auf Ebene der Fessel. Hautrisse entstehen an den Gelenkfalten, die den Gang erschweren.
Besnoitiose - Phase der Ödeme (2): Ödem an der Wamme  (© Photo : J.P. Alzieu)
Die chronische Phase ist die, der Verdickung der Haut zur «Elefantenhaut», die sehr deutlich auf dem Kopf, dem Nacken und der Innenseite der Oberschenkel zu sehen ist, sowie Enthaarungen. Die Besnoitiose ist nicht mit der Räude zu vergleichen, da die Rinder sich nicht kratzen!
Besnoitiose - Phase « Elefantenhaut » und schwere Enthaarung (3) (© Photo : J.P. Alzieu et P. Jacquiet)

Schließlich kann der Tierarzt, dank einer guten Anbindung, das Vorhandensein von Mikrozysten im Weiß des Auges feststellen, ein nicht immer anwesendes Anzeichen… aber unwiderruflich für die Notwendigkeit der Reform dieses Tieres!

Klinik und Labor, Gewinner-Duo

In der akuten Phase ist die Untersuchung des Tierarztes unerlässlich, da im Labor keine Antikörper vorhanden sind, leidglich die PCR-Technik anhand von Blut kann den Parasiten direkt nachweisen.
Auf der anderen Seite entspricht die chronische Phase dem massiven Auftreten von Antikörpern im Blut und der garantierten Positivität der PCR anhand von Proben der verletzten Haut, die reich an Zysten ist, was den Bluttest und sekundär, die Biopsie, für diagnostische Zwecke voll rechtfertigt.
Seit einem Jahr gibt es ein weiteres Hilfsmittel, den ELISA Test anhand von Milch, Tankmilch oder individuelle Milch, der sehr gute Ergebnisse in Sachen Nachweisfähigkeit und Zuverlässigkeit erzielt und der sehr praktisch ist, für den Fall einer schwierigen Anbindung.

Die Besnoitiose, nicht tolerierbare Krankheit!

Die Besnoitiose ist eine unheilbare Krankheit mit sehr schwerwiegenden Folgen. Darunter befinden sich die Kosten für die Behandlungen und Euthanasien, die Auswirkungen auf die Fruchtbarkeit bei 2 von 3 infizierten Stieren; paradoxerweise, weisen die Kühe keine Fortpflanzungsstörungen auf. Die Gewinne der Mast sind ebenfalls unsicher, daher sollte nicht gezögert werden, das positive Tier zu reformieren, sobald es die zufriedenstellende Körperfülle erreicht hat. Gewinnverlust, keine Verkäufe und Ankäufe für die Erneuerung, künstliche Besamung,… Die Gesamtkosten der direkten Verluste sind horrend.

Die Besnoitiose in Zahlen (Studie in Frankreich des GDS Ardèche)

Durchschnitt über 3 Jahre:

  • Infizierte Zucht: 39 € / anwesendes Tier / Jahr
  • Gesundete Zucht: 8 € / anwesendes Tier / Jahr
  • Gesamtauswirkung Befall / infizierte Zucht = > 12 000 €

…. + Kosten für die verlorene Arbeitszeit des Tierhalters: Zeit für die Beobachtung, die Behandlung, die Bekämpfung der Parasiten = mehr als 15 verlorene Tage pro Jahr, vorrangig während der sommerlichen Zeit der großen Arbeiten

Eine Behandlung in Betracht ziehen, ist von sehr geringem Interesse, da die Arzneimittel für diesen Parasiten sehr begrenzt sind und nicht sterilisierend sind… Und wenn sie dem Tier « eine Gesundung » ermöglichen, dann wird dies nur in Betracht gezogen, um es so schnell wie möglich und ohne zu große Verluste in den Schlachthof zu bringen.

Einzig gutes Verhalten: sanitäre Prophylaxe durch Reform

Laut den Ergebnissen der Nachsuche, wird eliminiert:

  • vorrangig die ersten klinischen Fälle,
  • anschließend die Tiere mit Zysten, die bei der Untersuchung des Auges nachweisbar sind
  • schließlich, die seropositiven Tiere in der Reihenfolge abnehmender Seropositivität.

Das ist doch schon etwas… aber, laut dem französischen Spezialisten der Besnoitiose, Jean-Pierre ALZIEU, « die Verbreitung der Rinder-Besnoitiose in Europa muss nicht sein! » Für nachweislich gesunde Bestände wird deren Schutz zur größten gesundheitlichen Herausforderung…

Seit Januar 2018 überwacht die ARSIA die riskanten Ankäufe

Die Besnoitiose ist das Paradebeispiel für eine « Krankheit, die angekauft wird »! Die Kontrolle der Einfuhr von importierten Rindern aus einem gefährdeten Land hat sich dank der verfügbaren und wirksamen Screening-Tools bewährt. Seit der Einführung unseres Systems der gesundheitlichen Wachsamkeit haben wir keinen positiven Fall beim Ankauf nachgewiesen.

Erinnern wir den Tierhalter an die Sicherheitsanweisungen für jedes Rind, das aus einem dieser Länder importiert wird:

  • Quarantäne, im Innern eines Gebäudes,
  • die Ermittlung (schriftlich) der Artgenossen mit engem Kontakt, und zwar weniger als 5 bis 10 Meter, angesichts der Bewegungen der Bremsen und Fliegen,
  • letztere so gut wie möglich kontrollieren,
  • die Benutzung von Einwegnadeln,
  • die Information des Verkäufers im Falle eines positiven Resultats.

Obwohl die Tests sehr zuverlässig sind, können wir « falsch negative » Resultate nicht ausschließen und die Krankheit ist in den ersten Wochen nach der Infektion nicht nachweisbar. Es ist wichtig, dass der erste Beobachter des Tieres, sprich der Tierhalter, die klinischen Anzeichen kennt, wie oben beschrieben und beim geringsten Zweifel, seinen Tierarzt ruft.

Ideal wäre es, wenn das angekaufte Tier vor dem Abgang beim Verkäufer getestet wird. Das ist selten der Fall… ein Modell einer Vereinbarung Gesundheitsgarantie, die im Rahmen des Verkaufs von Rindern unterzeichnet wird, die für die Zucht bestimmt sind, ist hier verfügbar. Nutzen Sie diese, sie gilt für jeden Ankauf!