Mehr als 250 Bestände haben bereits Proben auf Verdacht eingeschickt und die Infektion wurde in 52 Beständen bestätigt! |
Die Befürchtung hat sich nun bestätigt! Shamonda-Europa-Viren (SHAV-Europa) wurden kürzlich bei abortierten Rinderföten in Wallonien nachgewiesen. Diese Resultate bestätigen die Möglichkeit einer fötalen Infektion, wenn die Mutter sich während der Trächtigkeit infiziert.
Zur Erinnerung: Shamonda-Europa-Viren (SHAV-Europa) sind neu auftretende Viren, die von Mücken der Gattung Culicoides übertragen werden. Während eine Infektion bei Wiederkäuern mit milden und vorübergehenden klinischen Symptomen (Fieber, Lethargie, Appetitlosigkeit, Durchfall und verminderter Milchproduktion) einhergeht, ist die Situation bei trächtigen Tieren weitaus besorgniserregender. Diese Viren können nämlich die Plazentaschranke überwinden und den sich entwickelnden Fötus infizieren.
Die Folgen einer Virusinfektion während der Trächtigkeit sind unterschiedlich :
- Fehlgeburt
- Angeborene Fehlbildungen
- Arthrogryposis (Verformungen der Gliedmaßen, der Wirbelsäule, usw.)
- Läsionen des Nervensystems (Hydrozephalus, Anenzephalie, usw.)
- Totgeburt
- Schwache Neugeborene, die möglicherweise Nerven- und/oder Bewegungsstörungen aufweisen
Diese Folgen hängen vom Stadium der Trächtigkeit zum Zeitpunkt der Infektion ab. Die genauen kritischsten Zeiträume müssen noch ermittelt werden, aber die verfügbaren Daten rechtfertigen bereits eine hohe Wachsamkeit bei ALLEN Arten von Hauswiederkäuern (Rinder, Schafe, Ziegen und Kameliden).
Was ist bei klinischem Verdacht zu tun ?
Ein neuer PCR-Test, das sogenannte „Simbu-Kit“, wurde im Labor der ARSIA validiert. Er weist gleichzeitig die beiden derzeit in Wallonien identifizierten Shamonda-Europa-Varianten, sowie das Schmallenberg-Virus nach.
Wenn entsprechende Anzeichen vorliegen, wird der Tierarzt gebeten :
- in einem EDTA Röhrchen mehrere kranke Tiere zu beproben, maximal vier Tiere;
- Tiere in der akuten Phase und mit noch Fieber zu bevorzugen;
- den Vermerk «Wachsamkeitsaktion Shamonda-Like» auf der Anfrage anzugeben;
- die klinischen Anzeichen anzugeben, deren Erscheinungsdatum und die Anzahl befallener Tiere.
Da die Virämie wahrscheinlich nur von kurzer Dauer ist, schließt ein negatives Ergebnis bei einem einzelnen Tier eine Infektion nicht aus.
Der Kit kostet 55,25 € o. MwSt. für einen beitragszahlenden Züchter. Im Verdachtsfall wird dieser Betrag von der Wallonischen Region übernommen, für die Tierhalter, die den Beitrag der ARSIA+ entrichten. Dies, im Rahmen des bis zum Jahresende verfügbaren Budgets.
PCR Schmallenberg |
PCR Shamonda-Europe |
Interpretation |
| Negativ | Negativ | Virus nicht nachgewiesen |
| Positiv | Negativ | Schmallenberg Virus nachgewiesen |
| Negativ | Positiv | Virus Shamonda-Europa nachgewiesen |
| Positiv | Positiv | Virus der Gruppe Simbu nachgewiesen; ergänzende Interpretation notwendig |
Und im Fall einer Fehlgeburt ?
Jede Fehlgeburt, Totgeburt oder jedes fehlgebildete Neugeborene muss unverzüglich dem Tierarzt gemeldet werden. Der Fötus oder das Neugeborene und, wenn möglich, die Plazenta müssen gemäß dem Protokoll Fehlgeburt an die ARSIA gesendet werden.
Die PCR-Nachsuche der Shamonda-Europa-Viren ist nun Bestandteil des Analysenpanels im Rahmen des Protokolls Fehlgeburt, wenn bei der Autopsie verdächtige Läsionen festgestellt werden. Die Wallonische Region übernimmt diese Untersuchung ebenfalls gemäß den oben beschriebenen Bedingungen.
